Religion
Das religiöse Spektrum in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich erweitert. In Frankfurt am Main beispielsweise gibt es heute sehr viele unterschiedliche Religionsgemeinschaften, die mit ihren Glaubensvorstellungen, religiösen Traditionen und ihrem Gemeindeleben einen wichtigen Beitrag zur Integration der Zugewanderten leisten. Neben Katholiken aus Süd- und Osteuropa, Afrika und Südamerika, Anglikanern und Protestanten aus Nordeuropa, Orthodoxen und Juden aus Ost- und Südosteuropa sind Muslime aus der Türkei, Marokko, Tunesien, Jugoslawien, Afghanistan und Iran, aber auch Hindus, Buddhisten, Sikhs und Baha’i aus Süd- und Ostasien nach Hessen gekommen.
Die Muslime bilden nach den beiden großen christlichen Kirchen die drittgrößte Religionsgemeinschaft in Deutschland. – In Zahlen: Zur Evangelischen Kirche gehören 40 Prozent der hessischen Bevölkerung, zur katholischen Kirche 24,7 Prozent und zu den Muslimen rechnen sich geschätzte 6,8 Prozent der Bevölkerung in Hessen. Die Muslime befolgen zwar in ihrer Mehrheit die vom Islam vorgeschriebenen religiösen Handlungen im Alltag, entwickeln aber zunehmend – insbesondere die hier geborene zweite und dritte Generation - eine eher westlich geprägte, modern-liberale Orientierung. Nur eine Minderheit vertritt religiös-konservative Einstellungen und nur ein Prozent der Muslime ist in islamistischen Gruppierungen organisiert.
Um die Spannungen zwischen Angehörigen verschiedener Glaubensrichtungen abzubauen und das wechselseitige Wissen und Verständnis zu vermehren, sind ein interkultureller Dialog sowie persönliche Begegnungen unumgänglich. Eine Vielzahl von Organisationen, Kirchen- und Moscheegemeinden, Gruppen und Initiativen widmen sich dieser Verständigungsarbeit.
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