Integrationskompass
© Robert Kneschke - Fotolia.com
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Aufruf zur Qualifizierung von Integrationslotsen

Für Basisqualifizierungen und Vertiefungsseminare stehen im Rahmen des Landesprogramms WIR in diesem Jahr noch Fördermittel zur Verfügung. Insbesondere für das Themenfeld „Menschen mit Fluchthintergrund“, informierte heute der Bevollmächtigte der Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose, in Wiesbaden. „Wir investieren erheblich im Bereich Integration, um die Kommunen bei der Integrationsarbeit vor Ort zu unterstützen.

Die Aufstockung der Mittel und die Neuerungen im 'WIR'-Programm erlauben den Kommunen vielfältige Förderangebote, damit sie noch passgenauer reagieren können“, so der Staatssekretär.

 

Die Aufnahme und Erstversorgung einer hohen Zahl Geflüchteter in kurzer Zeit und die damit einhergehenden Herausforderungen konnten in den letzten 2 ½ Jahren in engem Schulterschluss mit den Landkreisen und Kommunen sowie einer Vielzahl freiwilliger bzw. ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer gemeistert werden. „Die Aufgabe jetzt ist die langfristige Integration“, erklärte Klose.

 

Mit der erheblich erhöhten Finanzausstattung des WIR-Programms, von 4,6 Mio. Euro auf 8,85 Mio. Euro in 2017, wurden auch die Zielgruppen des Programms ausgeweitet. So können nun z.B. ehrenamtlich tätige Integrationslotsinnen und -lotsen auch Geflüchtete in den Kommunen erreichen. Dieser bewährte integrationspolitische Ansatz kann somit fortgeschrieben und weiterentwickelt werden.

 

Integrationslotsinnen und -lotsen übernehmen in den Städten und Landkreisen eine ehrenamtliche Mittler- und Unterstützungsfunktion zwischen zugewanderten Menschen, Regelinstitutionen (z. B. Ämter, Behörden, Kita, Schule) und der Aufnahmegesellschaft. Das Ziel ist, (neu) Zugewanderten die Integration vor Ort zu erleichtern. Die Integrationslotsinnen und -lotsen leisten so einen wichtigen Beitrag zur Willkommens- und Anerkennungskultur in Hessen. „Integrationslotsinnen und -lotsen unterstützen die Flüchtlinge niedrigschwellig und bedarfsgerecht bei der Lösung von Alltagsproblemen“, betonte Klose.

 

Vor ihrem ehrenamtlichen Einsatz als Integrationslotsen steht eine Basisqualifizierung von bis zu 36 Unterrichtsstunden mit verschiedenen Themen wie beispielsweise Auftrag und Rollenbild, Möglichkeiten und Grenzen des Ehrenamts, Datenschutz, kultursensible Hilfe zur Selbsthilfe, Einrichtungen und ihre Aufgaben vor Ort, Kommunikation und Umgang mit Konflikten. Diese Schulungsmaßnahmen können von Integrationslotsenträgern wie Kommunen oder Landkreisen, kirchlichen Organisationen und gemeinnützigen Vereinen beantragt und durchgeführt werden.

Vertiefungsseminare können mit zwölf Unterrichtseinheiten beispielsweise zu Themen wie dem Erkennen von Traumata und der Vermittlung an geeignete Regeldienste oder dem Umgang mit Abschiebung sowie Basiskenntnissen im Asylrecht erfolgen.

 

Weitere Informationen zur Förderhöhe, zur Antragstellung, die Antragsunterlagen usw. finden Sie unter Förderprogramm WIR - Integrationslotsen oder Sie wenden sich direkt an das Regierungspräsidium Darmstadt Tel.: 06151-12 6236, Mail: evelyn.kronauer@rpda.hessen.de.

 

Frau Banu Rübeling
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

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